Lie­be Gemein­de, lie­be Lese­rin­nen und Leser, wir leben in einer Zeit, die uns viel abver­langt. Die Nach­rich­ten über­schla­gen sich mit Berich­ten über Krie­ge, Krank­hei­ten, wirt­schaft­li­che Unsi­cher­hei­ten und gesell­schaft­li­che Span­nun­gen. Vie­le von uns tra­gen per­sön­li­che Las­ten: Krank­heit, Trau­er, Ein­sam­keit, Ängs­te um die Zukunft, zer­bro­che­ne Bezie­hun­gen, finan­zi­el­le Sor­gen. Manch­mal füh­len wir uns über­wäl­tigt von allem, was auf uns ein­strömt. Wir fra­gen uns: Wie soll ich das alles aus­hal­ten? Wo fin­de ich Kraft für den nächs­ten Tag? Gibt es noch Hoff­nung? In sol­chen Zei­ten brau­chen wir Ermu­ti­gung, ech­te Ermu­ti­gung, die nicht nur ober­fläch­lich trös­tet, son­dern die uns wirk­lich trägt und uns neue Kraft gibt. Die­se Ermu­ti­gung fin­den wir im Wort Got­tes, in der Hei­li­gen Schrift, die uns zuge­spro­chen wur­de, damit wir nicht ver­za­gen, son­dern Hoff­nung haben.

Pau­lus schreibt im Römer­brief: “Denn was zuvor geschrie­ben ist, das ist uns zur Leh­re geschrie­ben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoff­nung haben” (Römer 15,4). Die Bibel ist nicht ein­fach ein altes Buch mit Geschich­ten aus längst ver­gan­ge­nen Zei­ten. Sie ist Got­tes leben­di­ges Wort an uns, heu­te, hier und jetzt. Sie wur­de geschrie­ben, damit wir durch sie Trost und Hoff­nung emp­fan­gen. Gott spricht durch sein Wort zu uns, er redet uns an in unse­rer Situa­ti­on, er kennt unse­re Not und begeg­net uns mit sei­ner Ver­hei­ßung. Das Wort Got­tes ist kein totes Wort, son­dern es ist leben­dig und kräf­tig, wie der Hebrä­er­brief sagt: “Denn das Wort Got­tes ist leben­dig und kräf­tig und schär­fer als jedes zwei­schnei­di­ge Schwert und dringt durch, bis es schei­det See­le und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Rich­ter der Gedan­ken und Sin­ne des Her­zens” (Hebrä­er 4,12).

Die­ses Wort hat Kraft. Es ist nicht wie mensch­li­che Wor­te, die wir sagen und die oft hohl klin­gen, die nicht hal­ten, was sie ver­spre­chen. Got­tes Wort hält, was es ver­spricht. Es schafft, was es sagt. Wenn Gott spricht, dann geschieht etwas. Am Anfang der Bibel lesen wir: “Und Gott sprach: Es wer­de Licht! Und es ward Licht” (1. Mose 1,3). Got­tes Wort ist schöp­fe­risch, es bringt etwas her­vor, es ver­wan­delt. So ist es auch mit den Wor­ten, die uns in der Bibel zuge­spro­chen wer­den. Wenn Gott zu uns sagt: “Fürch­te dich nicht”, dann ist das nicht nur ein from­mer Wunsch, son­dern es ist ein Wort, das Kraft hat, unse­re Angst zu ver­trei­ben. Wenn Gott zu uns sagt: “Ich bin bei dir”, dann ist das nicht nur eine schö­ne Vor­stel­lung, son­dern es ist Wirk­lich­keit, Gott ist wahr­haf­tig bei uns.

Die Bibel ist voll von sol­chen ermu­ti­gen­den Wor­ten. Gott weiß, dass wir Men­schen schwach sind, dass wir Angst haben, dass wir ver­za­gen. Des­halb spricht er uns immer wie­der Mut zu. Schon im Alten Tes­ta­ment fin­den wir die­se Wor­te der Ermu­ti­gung. Als Gott den Josua beruft, das Volk Isra­el ins ver­hei­ße­ne Land zu füh­ren, sagt er zu ihm: “Habe ich dir nicht gebo­ten: Sei getrost und unver­zagt? Lass dir nicht grau­en und ent­set­ze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst” (Josua 1,9). Josua stand vor einer gewal­ti­gen Auf­ga­be. Er soll­te die Nach­fol­ge von Mose antre­ten, er soll­te ein gan­zes Volk füh­ren, er soll­te gegen Fein­de kämp­fen. Er hät­te allen Grund gehabt, sich zu fürch­ten. Aber Gott sagt ihm: Sei getrost, sei unver­zagt, denn ich bin mit dir.

Die­se Zusa­ge gilt nicht nur Josua. Sie gilt uns allen, die wir auf Gott ver­trau­en. Gott ist mit uns in allem, was wir tun, in allem, was wir durch­ma­chen. Er lässt uns nicht allein. Er kennt unse­ren Weg, er sieht unse­re Not, er weiß, was wir brau­chen. Der Psal­mist betet: “Der Herr ist mein Hir­te, mir wird nichts man­geln. Er wei­det mich auf einer grü­nen Aue und füh­ret mich zum fri­schen Was­ser. Er erqui­cket mei­ne See­le. Er füh­ret mich auf rech­ter Stra­ße um sei­nes Namens wil­len. Und ob ich schon wan­der­te im fins­tern Tal, fürch­te ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Ste­cken und Stab trös­ten mich” (Psalm 23,1–4). Welch wun­der­ba­re Wor­te! Der Herr ist mein Hir­te. Er sorgt für mich. Er führt mich. Auch wenn ich durch dunk­le Täler gehen muss, brau­che ich mich nicht zu fürch­ten, denn er ist bei mir.

Vie­le von uns ken­nen sol­che dunk­len Täler. Es sind die Zei­ten, in denen wir nicht mehr wei­ter­wis­sen, in denen alles aus­sichts­los erscheint, in denen wir uns ver­las­sen und ein­sam füh­len. Es sind die Zei­ten der Krank­heit, wenn der Kör­per nicht mehr will, wenn die Schmer­zen nicht auf­hö­ren, wenn die Dia­gno­se nie­der­schmet­ternd ist. Es sind die Zei­ten der Trau­er, wenn ein gelieb­ter Mensch gestor­ben ist, wenn die Lee­re uner­träg­lich scheint, wenn nichts mehr Freu­de macht. Es sind die Zei­ten der inne­ren Anfech­tung, wenn Zwei­fel auf­kom­men, wenn der Glau­be schwach wird, wenn wir uns fra­gen: Wo bist du, Gott? Hörst du mich über­haupt? Küm­merst du dich um mich? In sol­chen Zei­ten brau­chen wir die Zusa­ge: Du bist bei mir. Dein Ste­cken und Stab trös­ten mich.

Jesus selbst hat uns die­se Zusa­ge gege­ben. Als er sei­ne Jün­ger aus­sand­te, als er ihnen den Auf­trag gab, das Evan­ge­li­um zu ver­kün­di­gen, sag­te er ihnen zum Abschied: “Sie­he, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende” (Mat­thä­us 28,20). Jesus ist bei uns. Er hat uns nicht ver­las­sen. Er ist nicht fern im Him­mel und küm­mert sich um uns. Er ist gegen­wär­tig, er ist nah, er ist bei uns alle Tage, jeden Tag, auch an den schwe­ren Tagen, auch an den dunk­len Tagen. Die­se Gegen­wart Jesu ist kei­ne Ein­bil­dung, son­dern sie ist real. Jesus ist auf­er­stan­den von den Toten, er lebt, und er ist bei uns durch sei­nen Hei­li­gen Geist, der in uns wohnt.

Pau­lus schreibt an die Gemein­de in Phil­ip­pi: “Sorgt euch um nichts, son­dern in allen Din­gen lasst eure Bit­ten in Gebet und Fle­hen mit Dank­sa­gung vor Gott kund­wer­den! Und der Frie­de Got­tes, der höher ist als alle Ver­nunft, wird eure Her­zen und Sin­ne bewah­ren in Chris­tus Jesus” (Phil­ip­per 4,6–7). Sorgt euch um nichts! Das ist leicht gesagt, aber schwer getan. Wir sind Men­schen, wir haben Sor­gen, wir machen uns Gedan­ken, wir kön­nen nicht ein­fach abschal­ten. Pau­lus weiß das. Er sagt nicht: Habt kei­ne Sor­gen. Er sagt: Bringt eure Sor­gen vor Gott. Redet mit ihm dar­über. Sagt ihm, was euch bedrückt, was euch Angst macht, was euch umtreibt. Betet und fleht, aber tut es mit Dank­sa­gung. Dankt Gott auch in der schwe­ren Situa­ti­on für das, was er euch schon geschenkt hat, für sei­ne Treue, für sei­ne Lie­be.

Und dann ver­spricht Pau­lus etwas Wun­der­ba­res: “Der Frie­de Got­tes wird eure Her­zen und Sin­ne bewah­ren.” Die­ser Frie­de ist nicht ein­fach ein ange­neh­mes Gefühl. Er ist höher als alle Ver­nunft. Das bedeu­tet: Wir kön­nen ihn nicht ver­ste­hen, wir kön­nen ihn nicht erklä­ren, aber wir kön­nen ihn erfah­ren. Mit­ten in der Not, mit­ten in den Sor­gen, mit­ten in der Angst kann Gott uns einen Frie­den schen­ken, der alles über­steigt. Die­ser Frie­de kommt nicht aus uns selbst, son­dern er kommt von Gott. Er ist ein Geschenk, das wir emp­fan­gen, wenn wir unse­re Las­ten zu Gott brin­gen.

Mar­tin Luther hat in sei­nem Leben vie­le Anfech­tun­gen durch­ge­macht. Es gab Zei­ten, in denen er von Zwei­feln geplagt wur­de, in denen er sich frag­te, ob Gott ihm wirk­lich gnä­dig sei, ob sei­ne Sün­den wirk­lich ver­ge­ben sei­en. In sol­chen Zei­ten hat er sich immer wie­der an das Wort Got­tes geklam­mert. Er hat die Ver­hei­ßun­gen der Schrift gele­sen und sich gesagt: Got­tes Wort steht fest, auch wenn ich schwan­ke. Got­tes Zusa­ge gilt, auch wenn ich zweif­le. Luther sag­te: “Das Wort sie sol­len las­sen stahn.” Er mein­te damit: Got­tes Wort bleibt bestehen, es kann nicht erschüt­tert wer­den, es hält stand gegen alle Anfech­tun­gen, gegen alle Zwei­fel, gegen alle Angrif­fe. Wir kön­nen uns auf die­ses Wort ver­las­sen.

Die Bibel ermu­tigt uns auch dadurch, dass sie uns zeigt: Wir sind nicht allein mit unse­ren Pro­ble­men. Die Men­schen, von denen die Bibel erzählt, hat­ten auch ihre Schwie­rig­kei­ten, ihre Ängs­te, ihre Zwei­fel. Abra­ham muss­te sei­ne Hei­mat ver­las­sen und wuss­te nicht, wohin die Rei­se ging. Mose muss­te sich einem über­mäch­ti­gen Pha­rao stel­len. David wur­de von sei­nem eige­nen Sohn ver­folgt. Elia war so ver­zwei­felt, dass er ster­ben woll­te. Jere­mia wur­de von sei­nem Volk abge­lehnt und ver­folgt. Hiob ver­lor alles, was ihm lieb und teu­er war. Die Jün­ger Jesu hat­ten Angst, als sie im Sturm auf dem See waren. Petrus ver­sag­te, als er Jesus ver­leug­ne­te. Pau­lus hat­te einen Sta­chel im Fleisch, ein Lei­den, das ihn quäl­te, und obwohl er drei­mal dar­um bete­te, dass Gott es weg­neh­men möge, blieb es.

Aber in all die­sen Geschich­ten sehen wir auch: Gott war da. Er hat Abra­ham geführt. Er hat Mose bei­gestan­den. Er hat David bewahrt. Er hat Elia gestärkt. Er hat Jere­mia getra­gen. Er hat Hiob wie­der­her­ge­stellt. Er hat die Jün­ger geret­tet. Er hat Petrus ver­ge­ben. Er hat Pau­lus gesagt: “Lass dir an mei­ner Gna­de genü­gen; denn mei­ne Kraft ist in den Schwa­chen mäch­tig” (2. Korin­ther 12,9). Das ist eine gewal­ti­ge Aus­sa­ge: Mei­ne Kraft ist in den Schwa­chen mäch­tig. Gott wirkt gera­de dort, wo wir schwach sind, wo wir am Ende sind, wo wir nichts mehr aus eige­ner Kraft schaf­fen. Dann wird sei­ne Kraft sicht­bar.

Wir müs­sen nicht stark sein. Wir müs­sen nicht alles im Griff haben. Wir dür­fen schwach sein, wir dür­fen am Ende sein, wir dür­fen es zuge­ben, dass wir es nicht schaf­fen. Und gera­de dann erfah­ren wir Got­tes Kraft. Pau­lus schreibt wei­ter: “Dar­um will ich mich am aller­liebs­ten rüh­men mei­ner Schwach­heit, damit die Kraft Chris­ti bei mir woh­ne” (2. Korin­ther 12,9). Das ist eine völ­lig ande­re Hal­tung als das, was die Welt uns pre­digt. Die Welt sagt: Sei stark, zei­ge kei­ne Schwä­che, schaf­fe alles aus eige­ner Kraft. Pau­lus sagt: “Ich rüh­me mich mei­ner Schwach­heit, denn gera­de in ihr wird Chris­tus mäch­tig.”

Jesus selbst ist den Weg der Schwach­heit gegan­gen. Er wur­de als hilf­lo­ses Kind gebo­ren. Er hat­te kei­nen Ort, wo er sein Haupt hin­le­gen konn­te. Er wur­de ver­ach­tet und ver­wor­fen. Er wur­de geschla­gen, ver­spot­tet, gekreu­zigt. Er starb am Kreuz wie ein Ver­bre­cher. Das war der Tief­punkt, das war die größ­te Schwach­heit. Aber gera­de im Kreuz hat Gott sei­ne Macht gezeigt. Durch den Tod Jesu am Kreuz hat Gott die Sün­de besiegt, den Tod über­wun­den, den Teu­fel ent­mach­tet. Am drit­ten Tag ist Jesus auf­er­stan­den, und damit hat Gott gezeigt: Mei­ne Kraft ist in den Schwa­chen mäch­tig. Das Kreuz, das Zei­chen der Schwach­heit und des Schei­terns, ist zum Zei­chen des Sie­ges gewor­den.

Des­halb kön­nen wir Mut fas­sen, auch wenn wir durch schwe­re Zei­ten gehen. Gott hat den Tod über­wun­den. Er hat die Macht über alles, was uns bedroht. Pau­lus fragt: “Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?” (Römer 8,31). Wenn Gott auf unse­rer Sei­te ist, dann kön­nen wir nicht letzt­lich ver­lie­ren. Es mag sein, dass wir lei­den müs­sen, dass wir Schwe­res durch­ma­chen, dass wir Ver­lus­te erlei­den. Aber wir sind nicht ver­lo­ren, denn Gott hält uns fest. Nichts kann uns von sei­ner Lie­be tren­nen, wie Pau­lus wei­ter schreibt: “Wer will uns schei­den von der Lie­be Chris­ti? Trüb­sal oder Angst oder Ver­fol­gung oder Hun­ger oder Blö­ße oder Gefahr oder Schwert?” (Römer 8,35). Und er gibt selbst die Ant­wort: Nichts kann uns schei­den.

Die­se Gewiss­heit gibt uns Mut, wei­ter­zu­ge­hen, auch wenn der Weg schwer ist. Wir wis­sen, wohin der Weg führt. Er führt nicht ins Nichts, son­dern er führt zu Gott, in sei­ne Herr­lich­keit, in das ewi­ge Leben. Jesus sagt: “In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt über­wun­den” (Johan­nes 16,33). Ja, wir haben Angst in die­ser Welt. Es gibt vie­les, was uns bedroht, was uns Sor­gen macht. Aber Jesus hat die Welt über­wun­den. Er hat gesiegt, und wir sind auf der Sei­te des Sie­gers. Wir gehö­ren zu ihm, und des­halb haben wir Grund, getrost zu sein.

Das Wort Got­tes ermu­tigt uns auch dadurch, dass es uns Zusa­gen gibt, die wir ergrei­fen kön­nen. Wenn wir in Not sind, kön­nen wir uns an die­se Zusa­gen hal­ten wie an einem fes­ten Seil. Gott sagt durch den Pro­phe­ten Jesa­ja: “Fürch­te dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei dei­nem Namen geru­fen; du bist mein!” (Jesa­ja 43,1). Du bist mein! Das ist eine per­sön­li­che Zusa­ge. Gott spricht jeden von uns ein­zeln an. Er kennt unse­ren Namen. Er hat uns erlöst durch Jesus Chris­tus. Wir gehö­ren zu ihm. Und wei­ter heißt es: “Wenn du durch Was­ser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Strö­me gehst, sol­len sie dich nicht ersäu­fen. Wenn du ins Feu­er gehst, wirst du nicht bren­nen, und die Flam­me wird dich nicht ver­sen­gen” (Jesa­ja 43,2). Das bedeu­tet nicht, dass wir vor allen Schwie­rig­kei­ten bewahrt blei­ben. Wir wer­den durch Was­ser gehen, wir wer­den durch Strö­me gehen, wir wer­den ins Feu­er gehen. Aber wir wer­den nicht unter­ge­hen, wir wer­den nicht ersäu­fen, wir wer­den nicht ver­bren­nen, denn Gott ist bei uns.

Lasst uns die­se Ver­hei­ßun­gen im Her­zen bewe­gen. Lasst uns das Wort Got­tes lesen, es hören, es auf­neh­men. Es ist nicht nur Infor­ma­ti­on, es ist Nah­rung für unse­re See­le. Jesus sagt: “Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, son­dern von einem jeg­li­chen Wort, das durch den Mund Got­tes geht” (Mat­thä­us 4,4). Wir brau­chen das Wort Got­tes zum Leben. Ohne die­ses Wort ver­küm­mern wir inner­lich, wer­den mut­los, ver­zagt, hoff­nungs­los. Mit die­sem Wort wer­den wir gestärkt, ermu­tigt, getrös­tet. Diet­rich Bon­hoef­fer schrieb in sei­ner Schrift über das gemein­sa­me Leben: “Die Schrift ist nicht eine Sum­me gött­li­cher Aus­sa­gen, son­dern sie ist das eine Wort Got­tes über Jesus Chris­tus.” Wenn wir die Bibel lesen, begeg­net uns Jesus Chris­tus. Er ist das leben­di­ge Wort, das zu uns spricht.

Des­halb lasst uns täg­lich in der Schrift lesen. Nehmt euch Zeit dafür, auch wenn der Tag voll ist. Viel­leicht nur weni­ge Ver­se, aber lasst sie in euer Herz sin­ken. Betet dar­über, bit­tet Gott, dass er durch sein Wort zu euch spricht. Besucht den Got­tes­dienst, wo das Wort ver­kün­digt wird. Hört die Pre­digt nicht nur mit den Ohren, son­dern mit dem Her­zen. Lasst euch anspre­chen, ermu­ti­gen, trös­ten. Sprecht mit­ein­an­der über das Wort, in der Fami­lie, unter Freun­den, in Haus­krei­sen. Ermu­tigt ein­an­der mit den Ver­hei­ßun­gen der Schrift. Sagt ein­an­der zu: Gott ist bei dir, er lässt dich nicht fal­len, er hält dich fest.

Und wenn ihr selbst gera­de kei­nen Trost im Wort fin­det, wenn alles dun­kel erscheint, wenn Gott schweigt, dann hal­tet fest an dem, was ihr frü­her gehört habt. Manch­mal gibt es Zei­ten, in denen Got­tes Wort uns nicht erreicht, in denen wir nichts spü­ren, nichts hören. Das sind Zei­ten der Anfech­tung. Aber auch die­se Zei­ten gehen vor­über. Gott hat nicht auf­ge­hört, zu uns zu spre­chen. Sein Wort gilt wei­ter, auch wenn wir es gera­de nicht hören. Dann kön­nen wir uns auf das ver­las­sen, was wir frü­her emp­fan­gen haben, auf die Ver­hei­ßun­gen, die wir ken­nen, auf die Tau­fe, die uns geschenkt wur­de, auf das Abend­mahl, in dem Chris­tus zu uns kommt.

Lie­be Gemein­de, lasst uns Mut fas­sen durch das Wort Got­tes. Lasst uns nicht ver­za­gen, auch wenn die Zei­ten schwer sind. Gott ist treu. Er hält, was er ver­spricht. Er ist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende. Sei­ne Kraft ist in den Schwa­chen mäch­tig. Nichts kann uns schei­den von sei­ner Lie­be. Wir sind sein Eigen­tum, erkauft mit dem kost­ba­ren Blut Jesu Chris­ti. Wir haben eine Zukunft, eine Hoff­nung, ein Ziel. Wir gehen nicht ins Unge­wis­se, son­dern wir gehen dem ewi­gen Leben ent­ge­gen, wo Gott alle Trä­nen abwi­schen wird, wo kein Leid mehr sein wird, kei­ne Schmer­zen, kein Tod. Die­se Hoff­nung trägt uns. Die­se Hoff­nung gibt uns Kraft für heu­te. Amen.